Produktkataloge mehrsprachig übersetzen und gestalten

Produktkataloge mehrsprachig übersetzen und gestalten

Ein Produktkatalog ist für viele Unternehmen das wichtigste Verkaufsinstrument. Er liegt beim Händler auf dem Tresen, wird auf Messen verteilt und als PDF an Einkäufer verschickt. Wer neue Märkte erschließt, braucht diesen Katalog in der Landessprache, und zwar nicht nur übersetzt, sondern auch professionell gesetzt.

Gerade bei Sprachen mit eigenem Alphabet oder besonderen Schreibregeln entscheidet der Satz darüber, ob der Katalog hochwertig wirkt oder wie eine schnelle Notlösung aussieht.

Warum Übersetzung allein nicht reicht

Jede Sprache braucht unterschiedlich viel Platz. Dänische und flämische Texte sind oft ähnlich lang wie deutsche, griechische können deutlich länger ausfallen. Tabellen mit technischen Daten, Bildunterschriften und Preisangaben müssen angepasst werden, damit nichts abgeschnitten oder unleserlich verkleinert wird.

Ein Katalog ist erst fertig, wenn jede Seite im Zielmarkt so gut aussieht wie im Original. Dafür braucht es mehrsprachigen Satz, auch Desktop Publishing genannt.

Griechenland: eigenes Alphabet, eigene Regeln

Griechisch wird mit griechischen Buchstaben geschrieben, die Akzente tragen. Nicht jede Schrift, die in Deutschland verwendet wird, enthält diese Zeichen. Fehlen sie, ersetzt das Layoutprogramm sie durch eine Ersatzschrift oder zeigt leere Kästchen an.

Eine professionelle Übersetzung Deutsch Griechisch berücksichtigt deshalb schon bei der Planung, welche Schriften verwendet werden und ob sie das griechische Alphabet vollständig abdecken. Hinzu kommt eine Besonderheit: Wörter in Großbuchstaben verlieren im Griechischen in der Regel ihre Akzente. Layoutprogramme setzen das nicht automatisch richtig um, wenn Überschriften per Formatierung in Versalien gestellt werden.

Auch Produktnamen brauchen Aufmerksamkeit. Manche Marken bleiben in lateinischer Schrift, andere werden transkribiert. Diese Entscheidung sollte einmal getroffen und dann konsequent umgesetzt werden.

Dänemark: knapp, sachlich, präzise

Dänische Kunden schätzen klare, nüchterne Produkttexte ohne übertriebene Werbesprache. Ein erfahrener Dänisch Deutsch Übersetzer kürzt dort, wo deutsche Kataloge gern ausführlich werden, und achtet auf die Sonderzeichen æ, ø und å, die in jeder Schrift vorhanden sein müssen.

Dazu kommen Formate: Dezimalkomma, Tausenderpunkt, Datumsangaben und Währung in Kronen. Fehler bei Preisen oder Maßen wirken unprofessionell und können im Handel echte Probleme auslösen.

Belgien: zwei Sprachen, ein Katalog

Belgien ist für viele deutsche Unternehmen ein naheliegender Exportmarkt. Doch wer dort verkauft, braucht in der Regel zwei Sprachfassungen: Französisch für die Wallonie und Niederländisch in seiner flämischen Ausprägung für Flandern. Ein spezialisierter Flämisch Übersetzer kennt die regionalen Unterschiede zum Niederländischen der Niederlande, von der Wortwahl bis zur Anrede.

Manche Unternehmen setzen zweisprachige Kataloge mit beiden Sprachen auf einer Seite. Das spart Druckkosten, verlangt aber ein besonders durchdachtes Layout, damit die Seiten nicht überladen wirken.

Der Ablauf eines Katalogprojekts

  1. Analyse der Layoutdateien: Welche Programme, Schriften und Bildformate werden verwendet?
  2. Textexport: Die übersetzbaren Inhalte werden aus der Layoutdatei extrahiert, ohne die Gestaltung zu zerstören.
  3. Übersetzung: Fachübersetzer arbeiten mit Terminologieliste und Translation Memory.
  4. Reimport und Satz: Der übersetzte Text wird zurück ins Layout gebracht und Seite für Seite angepasst.
  5. Korrekturlauf: Muttersprachler prüfen das fertige PDF auf Trennungen, Umbrüche, Sonderzeichen und Zahlen.

Der letzte Schritt wird häufig unterschätzt. Dabei ist er der einzige, in dem auffällt, ob eine Zeile falsch umbricht oder ein Akzent verschwunden ist.

Ausgangsdateien richtig vorbereiten

  • Absatz- und Zeichenformate statt manueller Formatierung verwenden,
  • in Tabellen und Textrahmen Platz für längere Sprachen lassen,
  • keine Texte in Bilder einbetten oder bearbeitbare Ebenen liefern,
  • alle verwendeten Schriften mit Lizenz bereitstellen,
  • den Ausgangstext vor Beginn der Übersetzung einfrieren.

Jede Änderung am deutschen Original nach Projektstart muss in allen Sprachen nachgezogen werden. Das kostet Zeit und Geld, und die Fehlergefahr steigt.

Terminologie als roter Faden

Ein Katalog enthält oft hunderte Produktbezeichnungen, Materialangaben und technische Merkmale. Eine gepflegte Terminologieliste sorgt dafür, dass dasselbe Bauteil im Katalog, auf der Website, im Onlineshop und in der Bedienungsanleitung gleich heißt. Händler und Kunden finden sich so schneller zurecht, und Rückfragen nehmen ab.

Online und gedruckt

Viele Kataloge erscheinen heute zugleich gedruckt, als blätterbares PDF und als Datenfeed für Onlineshops. Wer die Übersetzung in einem zentralen System verwaltet, kann alle Kanäle aus derselben Quelle bedienen. Das spart doppelte Arbeit und verhindert Widersprüche zwischen Print und Web.

Die Industrie- und Handelskammern bieten Exporteuren zudem praktische Informationen zu Auslandsmärkten, Messen und Kennzeichnungspflichten, die bei der Katalogplanung hilfreich sind.

Kosten und Zeitplan

Übersetzung wird in der Regel nach Wörtern oder Normzeilen berechnet, der mehrsprachige Satz nach Seiten oder Stunden. Kataloge mit vielen Tabellen und Bildbeschriftungen benötigen mehr Satzaufwand als reine Textseiten. Wer den Katalog für eine Messe braucht, sollte rückwärts planen und genügend Puffer für Korrekturen und Druck einrechnen.

Gute Vorbereitung ist der größte Hebel für Kosten und Termine. Saubere Dateien und ein festes Glossar sparen in jedem weiteren Sprachmarkt erneut Aufwand.

Bilder und Grafiken nicht vergessen

In vielen Katalogen stecken Texte in Grafiken: Maßzeichnungen mit Beschriftungen, Icons mit kurzen Hinweisen, Infografiken zu Materialien. Diese Elemente werden beim Textexport leicht übersehen. Am Ende erscheint dann mitten im griechischen Katalog eine deutsche Beschriftung. Deshalb sollten alle Grafiken vorab gesichtet und die enthaltenen Texte in einer Liste erfasst werden. Am besten liefert die Grafikabteilung bearbeitbare Dateien, in denen die Beschriftungen als echte Textebenen vorliegen.

Fazit

Ein mehrsprachiger Produktkatalog verbindet Fachübersetzung und präzisen Satz. Wer Schriften, Sonderzeichen, Formate und regionale Besonderheiten von Anfang an berücksichtigt, bekommt Kataloge, die in Athen, Kopenhagen und Antwerpen genauso überzeugen wie in Deutschland.